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Fünf-Flüsse-Radweg

Bereit für den Fünf-Flüsse-Radweg

Hier, bei uns in Hersbruck, auf meinem Arbeitsweg und auch sonst, wenn ich in der Gegend mit dem Rad unterwegs bin, sind mir schon immer mal die Schilder zum Fünf-Flüsse-Radweg aufgefallen. Die Strecke von Nürnberg nach Hersbruck bin ich schon immer mal gefahren, aber in die andere Richtung war ich bisher noch nie unterwegs. Das sollte sich jetzt endlich mal ändern. Deshalb hab ich mir vorgenommen, einen Teil des Radweges mal zu fahren

Planung

Ich wusste erst ja gar nicht so genau, wo dieser Fünf-Flüsse-Radweg überall entlang läuft, wie viele Kilometer er umfasst usw. deshalb bin ich auf die Suche gegangen.

Im Internet wird man diesbezüglich auch schnell fündig. Die Webseite zum Fünf-Flüsse-Radweg lässt hier keine Wünsche offen 🙂
Dort gibt es eine Tourenkarte, man kann die GPS-Daten herunterladen, geplante Tagestouren sind vorhanden, uvm. Es lohnt sich wirklich, sich da mal zu informieren.

Es wird empfohlen, die Radtour von Regensburg aus im Uhrzeigersinn zu fahren. Das war jetzt aber gar nicht so meins. Zum einen wollte ich nicht in Regensburg starten, außerdem wollte ich keine x Tage für die Tour brauchen. Deshalb gab es für mich nur 2 oder 3 alternativen.

  1. Start in Hersbruck und etwa die halbe Strecke fahren. Dazu den Camping-Bus in Kelheim oder so abstellen, zurückfahren und starten
  2. Mit dem Bus nach Kelheim und die halbe Strecke bis Hersbruck fahren. Daheim übernachten und dann weiter.
  3. In Hersbruck starten, schauen wie weit man es schafft und dort abholen lassen.

Ich habe mich für die 3. Variante entschieden und mir dazu noch 2 Möglichkeiten überlegt.
Erste Möglichkeit: es läuft alles gut und ich hab noch Zeit, Lust und Kraft. Dann fahr ich bis Berg bei Neumarkt und dann über Offenhausen und Henfenfeld wieder nach Hersbruck. Das wären ca. 250km gewesen.
Möglichkeit zwei: ich lasse mich irgendwo abholen.
Um das kurz vorweg zu nehmen. Es ist die zweite Möglichkeit geworden. Die Gründe erzähle ich euch später.

Die Umsetzung: Fünf-Flüsse-Radweg

Start meiner bis Dato längsten Radausfahrt war am 22. September 2020 um kurz vor 8 Uhr früh. Es war frische 7° kalt, der Himmel war blau. Ein wunderschöner Morgen!
Mein Specialized Diverge Comp hab ich am Abend davor schon vorbereitet, Lichter dran, für alle Fälle. Geputzt, Kette geölt, was halt so vorbereitet werden muss. Auf dem Titelbild oben seht ihr es nach den ersten paar Kilometern, also noch ziemlich sauber 😉
Das hat sich im Verlauf der vielen Kilometer auf staubigen Schotterwegen relativ schnell geändert.

Von Hersbruck ging es über Hartmannshof und Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg zum höchsten Punkt der insgesamt sehr flachen Route. Dort überquert man die mitteleuropäische Hauptwasserscheide.
Weiter führte der Weg über Sulzbach-Rosenberg nach Amberg, wo ich zum ersten mal eine kurze Pause gemacht habe, um ein paar Fotos zu schießen.

Amberger "Stadtbrille" - Wassertor über die Vils
Amberger “Stadtbrille” – Wassertor über die Vils
Mittelalterlicher Steg über die Vils.
Mittelalterlicher Steg über die Vils.

Von Amberg nach Kallmünz

Von Amberg aus geht es dann etwa 40km lang an der Vils entlang. Es sind dort sehr schöne fein geschotterte, manchmal auch geteerte Radwege, die wirklich viel Spaß machen. Gerade, wenn man so ein Traumwetter erwischt, wie ich an diesem Tag.

Kilometerlange Schotterwege entlang der Vils zw. Amberg und Kallmünz

Bei Kilometer 80-85 bin ich dann in Kallmünz angelangt. Es ist ein schönes Städtchen, wo es einige interessante Details zu sehen gibt. Leider hab ich nur “im Vorbeifahren” ein paar Fotos machen können. Nächstes mal nehm ich mir mehr Zeit 🙂

Cooles Haus im Fels. Wobei… ist eher ein Keller 😀
Traumhaftes Wetter, tolle Landschaft.

In Kallmünz mündet die Vils in die Naab. Es geht also auf den nächsten 20km entlang der Naab, bis diese in die Donau übergeht. Nach gut 4h und 105km war ich dann also kurz vor Regensburg. Den Abstecher dorthin hab ich mir gespart, und bin lieber an der Donau entlang in Richtung Kelheim weiter gefahren.

105km/4:11 Stunden/25er Schnitt… passt!
Die Donau ist erreicht. Hier der Blick von einer Eisenbahnbrücke Richtung Regensburg

An der Donau

Nun geht es einige Kilometer an der Donau entlang. Langsam merke ich die Anstrengung ganz schön! Das Kohlehydratgetränk in der einen Flasche bekomm ich einfach nicht runter. Die andere Flasche ist leer. Ich muss mir was besorgen! Ich halte in der nächsten Zeit also Ausschau nach einer Tankstelle oder einem Laden, wo ich mich wieder versorgen kann, aber leider kommt da nix. 🙁
Nach gesamt 111km erreiche ich das (in dem Moment) schönste und beste Wirtshaus mit Biergarten, in dem ich es mir gemütlich mache. Ich lasse mir 2 große Spezi bringen, und bestelle 2 Portionen in Butter geröstete Gniidla (Klöße). Bei dem Gedanken daran läuft mir heute noch das Wasser im Mund zusammen! Boa, war das lecker.

Frisch gestärkt geht es dann noch einige Zeit weiter entlang der Donau. Ein paar Fotos dazu möchte ich euch nicht vorenthalten.

Yachthafen Donautal
Yachthafen Donautal
Wassersport in der Donau
Immer weiter auf schönen Radwegen Richtung Kelheim.

Auf dem Bild oben seht ihr es schon. Es geht in Richtung Kelheim. Im unteren, linken Bilddrittel seht ihr ganz klein die Befreiungshalle, eine besonders schöne Sehenswürdigkeit dort.
In Kelheim hab ich dann ca. 150km in den Beinen und ich bin nicht mehr so richtig “frisch”. Deshalb hab ich auch im weiteren Verlauf weniger angehalten und weniger Fotos gemacht. Dort, in Kelheim, zweigt der 5-Flüsse-Radweg dann auch ab und man folgt nicht mehr der Donau, sondern der Altmühl.

Die Altmühl

Irgendwo kommt dann der Ort Prunn, wo ich nochmal in einem Wirtshaus Rast gemacht habe. Wieder 2 Spezi und dazu 2 Stück Kuchen. Das hat mir die Kraft für die weitere Strecke gegeben.

An der Altmühl entlang ist es wirklich schön. Das müsste man eigentlich genießen, aber das konnte ich zu der Zeit nicht mehr. Ich bin einfach nur weiter gefahren. Mein Entschluss war zu dem Zeitpunkt schon klar. Bis heim würde ich nicht fahren, weil 1.) war es abzusehen, dass ich dann in der Dunkelheit über Straßen abkürzen müsste. 2.) war ich langsam an meiner persönlichen Grenze…
200km sollten es heute schon noch werden, aber dann, so dachte ich mir, bin ich in einer Gegend, wo ich mich von meiner lieben Frau auch abholen lassen kann. Bis hierhin hat es mir richtig viel Spaß gemacht und das wollte ich mir auch nicht durch einen blöden Abschluss mit Krämpfen, oder was auch immer noch gekommen wäre, kaputt machen lassen 🙂
Ich werde die Runde, hoffentlich im nächsten Jahr nochmal fahren und mir dabei aber mehr Zeit lassen, also mindestens 2 Tage einplanen. Dabei geht es mir nicht drum, dass es nicht auch an einem Tag zu schaffen ist, aber man hat einfach mehr davon, wenn man sich die wahnsinnig schöne Gegend auch in Ruhe ansehen und sie genießen kann!

Zum Abschluss hab ich noch ein paar Fotos für euch.

Schleuse am “alten Kanal” (Ludwig-Donau-Main Kanal)
Die Altmühl – einfach ein Traum
Mein Specialized Diverge Comp – auch ein Traum 😀
Die 200km, meist auf Schotter mit einem 25er Schnitt… passt
Habe fertig 😀

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